JoBerg2c: 9-Tages-Etappenrennen von Johannesburg nach Durban in Südafrika 20.-28.04.2018

Schon lange haben wir davon geträumt, letztes Jahr haben wir den Traum in die Tat umgesetzt und uns angemeldet als Mixed-Team: Petra und Wolfgang Martin

Die Eckdaten ließen bereits vermuten, dass es ein langes, hartes aber auch überragend schönes Abenteuer werden sollte: 900km in 9 Tagen, gut 15.000hm, bis auf wenige Kilometer alles im Gelände, über 250km Singletrails, durch die schönsten Landschaften Südafrikas, durch Gebiete, die man normalerweise nicht mit dem MTB befahren kann oder darf. Das hieß für uns viel viel Training über die Wintermonate und zwei Trainingslager auf Gran Canaria und am Gardasee, um fit zu sein und die Strecke zu schaffen.

Ca. 850 Teilnehmer aus 37 Ländern der Erde starteten am Freitag, 20.4.2018 in Heidelberg bei Johannesburg zunächst mit einer neutralisierten Etappe über 116km nach Frankfurt. Die deutschen Namen erinnern an die koloniale Vergangenheit Südafrikas.
Für uns war der erste Tag ohne Zeitwertung ideal, um uns an die Bedingungen zu gewöhnen. Wir kamen mit den Trails und der Streckenführung gut zurecht und gelangten gut in der ersten Hälfe des Starterfelds ins Ziel. Trotz Regen Vorhersage blieb es trocken bis zum Abend.

Die Race Villages auf der gesamten Strecke waren bereits für uns hergerichtet, die Zelte aufgebaut, das Gepäck bereit gestellt und die geniale Verpflegung stand bereit. Alles perfekt organisiert. Die erste Nacht im Zelt war ungewohnt aber nach der täglichen Anstrengung fiel der Schlaf über uns her.

Am 2. Tag ging es richtig los mit dem Rennen inklusive Zeitmessung und Platzierung, ausschlaggebend auch für die Startaufstellung und die Startblocks. Alle Fahrer starteten gemeinsam, Massenstart für 850 Fahrer. Da wir noch nicht richtig einschätzen konnten, wo wir uns im Feld einordnen werden, starteten wir fast am Ende des Feldes. Bald war klar, dass wir gut mithalten konnten und wir überholten Team um Team bis wir im vorderen Mittelfeld nach knapp 90km im Ziel ankamen. Wir waren mit Platz 21 von 48 Mixed Teams mehr als zufrieden.

Der 3. Tag war ein langer und harter mit 124km. Bei strahlend blauem Himmel und knackigen 5 Grad starteten wir um 7:00 Uhr in der Erwartung, dass es bald heiß wird. Nicht gerechnet haben wir mit einer dicken, kalten Nebelbank, die uns 4 Stunden lang umgab. Es ging über viel Acker- und Weideland und über unglaublich matschige Wiesentrails, die zusammen mit der Kälte das letzte Körnchen Kraft saugten. Erst die letzten 40km riss es auf und am letzten Anstieg zum Mount Paul lachte die Sonne und wärmte uns wieder auf inklusive einem gigantischen Ausblick. Über einen flowigen Trail ging es ins Tal und um einen Stausee herum nochmal sehr holprig ins Ziel. Wir kämpften uns auf Platz 18 vor und waren froh, diese harte Etappe geschafft zu haben.

Auf Tag 4 hatten wir uns ganz besonders gefreut, den es stand eine sehr Downhill-lastige Etappe mit den besten Trails Afrikas vor uns. 90km waren auch gut machbar.
Es begann mit einem leichteren Anstieg und dann ging es 20km und 1000hm bergab über die „Great Wall my China“ – Wir waren in den Drakensbergen angekommen. Afrika zum niederknien schön. Danach ein auf und ab und zum Schluß nach einem über 20%igen Ansteig in den flowigsten Trails unseres Lebens zum Ziel. Platz 17 stand im Buche, wieder einen Platz gewonnen.

Königsetappe hieß es am 5. Tag, 126km und 2200hm. Wir hatten großen Respekt vor dieser Herausforderung. Aber die Landschaft, die Trails und das Wetter machten es uns leichter als gedacht. Anfangs mussten wir umgeleitet werden, weil eine Flußdurchfahrt wegen zu hohem Wasserstand nicht möglich war, doch dann ging es wieder durch die großartige Landschaft der Drakensberge. Wir stellten fest, dass wir an den Anstiegen immer mehr Zeit gut machen konnten und erreichten das Ziel mit Platz 15. Auch in der Gesamtwertung aller Teams und Solofahrern waren wir bereits im 1. Drittel angekommen.

Tag 6 war zwar mit knapp 100km etwas kürzen, aber weitaus schwerer als der Tag davor. Gleich von Beginn an ging es heftig bergauf und die afrikanische Hitze tat ihr übriges. Das Gelände war sehr wild und technisch. Obwohl wir das Gefühl hatten, langsam zu sein, gelang es uns doch unsere Leistung abzurufen. Gut, dass wir viele harte Intervalle nach Markus‘ Trainingsplan absolviert hatten, sie halfen uns sehr, vor allem in den Anstiegen. Wir waren sehr überrascht, mit Platz 14 im Ziel zu sein.

Schon fast schmeichelhaft klang Tag 7 mit „nur“ 82km und 1300hm. Und so war es auch. Ein Trail jagte den nächsten, ein ständiges auf und ab, Wälder und Wiesen und super Radl-Wetter bei 25 Grad. Ein Highlight waren schwimmende Brücken über einen See, die untergingen, wenn man zu langsam war. Das Lächeln wich schon nicht mehr aus dem Gesicht und wir knallten wieder mit Platz 14 ins Ziel. Overall waren wir bereits auf Platz 15 in der Mixed Wertung angekommen. Mit 4 Teams lagen wir eng zusammen.
Jetzt hieß es gut regenerieren, denn der 8. Tag war nochmals ein schwerer.

Noch einmal knapp 100km und 2000hm standen am 8. Tag an. Es war der letzte Renntag mit Zeitnahme, denn der 9. Tag war wieder neutralisiert, die sogenannte Champagnerfahrt.
Es ging die ersten 40km einen langen und flowigen Trail bergab, bei mystisch nebeligem Wetter in ein grünes Tal. Bis zur ersten Verpflegung waren wir alle 4 Teams direkt hintereinander, fast wie bei einem Familienausflug. Dann kamen die Anstiege und das Feld zog sich auseinander. Durch dichten Dschungel wurden die Anstiege härter und steiler. Zum Schluß noch ein Trail ins Ziel. Wir waren schnell und haben das letzte Körnchen Kraft investiert. Belohnt wurden wir mit Platz 12, unser bestes Ergebnis.

Tag 9 ging es die letzten 84km zum Meer, neutralisiert, entspannt und mit ganz viel Spaß. Es war der „Fancy Day in Green“ und viele Fahrer hatten sich in grün gekleidet mit witzigem Kopfschmuck und lässigem Outfit. An jeder Verpflegung war ein entspanntes Miteinander, Musik und gut gelaunte Fahrer. Über eine schwimmende Brücke am Meer, dann nochmal durchs Wasser waten und unter Jubel vieler Zuschauer wurden wir im Ziel von den beiden Veranstaltern Farmer Gary und Farmer Glenn mit Champagner und einer Medaille empfangen.
Überglücklich mit unserer Leistung, Platz 15 Overall sowie gesamt Platz 151 von allen 432 Fahrern und Teams ließen wir es uns noch einen Tag am Strand gut gehen.

Es war unser größtes MTB Abenteuer und wir sind absolut begeistert von dieser Veranstaltung, die hervorragend organisiert war. Sicher sind wir irgendwann mal wieder dabei.

2 Gedanken zu „JoBerg2c: 9-Tages-Etappenrennen von Johannesburg nach Durban in Südafrika 20.-28.04.2018

  1. Gratulation zu einem überragenden Ergebnis. Ein sicherlich unvergessliches Erlebnis.
    Für Euch geht´s nun bestimmt flott weiter, vielleicht mit der Transalp Challenge…nächstes Jahr?
    Ihr seit nun auf alle Fälle bestens gerüstet, mit dieser Erfahrung. Spitze und viel Spaß weiterhin, bei Euren Unternehmungen.

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